4. Juli 2018 Michael Schade, Kreistagsfraktion

Das Ende einer Ära, oder warum Herr Münchberg in den Ruhestand gehört

Wieder einmal hat er es getan – und das in einer Art und Weise, wie wohl selbst für ihn in der Vergangenheit seltener Intensität und Deutlichkeit. Ex-Landrat Hans-Helmut Münchberg, der so gern noch eine Amtszeit drangehangen hätte, wovor uns die thüringische Landesgesetzgebung bewahrte, missbrauchte das aktuelle Amtsblatt zum - hoffentlich letzten Mal – für seine Hetztiraden gegen Flüchtlinge und die Rot-Rot-Grüne Landesregierung. Er gönnte sich sogar die Titelseite als „Anzeige“, auf der er sinnierte, dass „Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird“ und warb für eine rechtskonservative „Gemeinsame Erklärung 2018“, die von solchen „illustren Persönlichkeiten“ wie Thilo Sarrazin, Vera Lengsfeld oder Eva Herman unterzeichnet wurde.

Im Mittelteil gönnt er sich dann wieder die berüchtigte Doppelseite mit der Überschrift „Asylgesetze ändern!“ Es ist kaum zu ertragen, mit welcher Geschichtslosigkeit er dabei zum Beispiel über die politischen und ökonomischen Zustände in Afrika fabuliert, als wenn es überhaupt keine Verantwortung Europas und eben auch Deutschlands dazu gäbe. Da kommen Sätze wie: „Sie (die Flüchtlinge) wollen alle nach Deutschland.“ Da fordert er, wieder zu Sachleistungen, statt Bargeld zurück zu kehren, kommt mit Begriffen wie; „Wirtschaftsflüchtlinge“, „Gutmenschen“ oder „Parallelgesellschaften“ und setzt Schutzbedürftige in Anführungszeichen.

Im Teil 3 seiner Ergüsse beschwert sich Münchberg über den MDR, der in einer am 11. Juni ausgestrahlten Sendung zum Thema „Ist Apolda noch sicher?“ nicht alle seiner mehr als grenzwertigen Äußerungen ausgestrahlt hatte, so zum Beispiel über „Testosteron gesteuerte junge Männer“ oder über eine offensichtlich aus dem AfD-Umfeld stammende Frau, die sich in Apolda ständig bedroht fühle.

Zum Schluss bleiben 5 – in Worten Fünf – Seiten in einem Amtsblatt!, welches alle Haushalte des Kreises in ihrem Briefkasten finden und die, wenn sie schon nicht den Tatbestand der Volksverhetzung ergeben, so zumindest aber der Belästigung.

Und es bleibt ein verbitterter, vergreister Ex-Landrat, der nicht immer so war, aber nun mit Altersstarrsinn und verschrobenen pseudo-politischen Positionen seinen flüchtlings-politischen Tunnelblick und seinen Hass auf R2G pflegt.

Und wenn auf diesen 5 Seiten nicht ein einziges Wort des Bedauerns darüber fällt, dass täglich Menschen im Mittelmeer elendig sterben, dann gehört dieser Mensch in den Ruhestand, in den unverdienten!

Quelle: http://www.die-linke-apolda-weimar.de/politik/aktuelles/artikel/das-ende-einer-aera-oder-warum-herr-muenchberg-in-den-ruhestand-gehoert/