5. März 2017 Michael Schade

Den Stein ins Rollen gebracht – oder zumindest angestoßen?

Unter dem Motto „Gebietsreform? – Risiko und Chance zugleich!“ lud die Landtagsfraktion DIE LINKE am 2. März in das Apoldaer Stadthaus.

Der Einladung waren etwa 50 Gäste gefolgt, so aus dem Lager der Befürworter einer Funktional, - Verwaltungs, - und Gebietsreform der Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert, Stadt – und Kreisräte der Linkspartei sowie Mitglieder und Sympathisanten der Apoldaer LINKEN.

Aus dem Kreis der Kritiker besuchten die Veranstaltung u.a. Landrat Hans-Helmut Münchberg (parteilos), Stadträte und Kreistagsmitglieder sowie Bürgermeister der CDU oder für den Verein Selbstverwaltung für Thüringen e.V., Herr Schneider.

Gekommen waren aber auch Vertreter anderer Parteien, so der SPD, der Freien Wähler oder interessierte Bürger.

Das Podium war mit dem Kommunalexperten der Landtagsfraktion Frank Kuschel und der Landtagsabgeordneten Sabine Berninger exklusiv besetzt.

Frank Kuschel setzte mit einem gut 35 minütigen Input sogleich deutliche Akzente pro Gebietsreform. Dabei schlug er einen Bogen über den aktuellen Sachstand der Umsetzung dieses Projektes bis hin zu aktuellen Bezügen zum Weimarer Land.

Im Anschluss entwickelte sich eine kritische aber sehr sachliche Debatte, bei der sich insbesondere aus den Reihen der CDU die Bürgermeister Jens Baumbach und Thomas Gottweiss sowie der Bürgermeister der Saaleplatte, Jörg Hammer (Freie Wähler) an der Aussprache beteiligten.

Neben diesen ergriffen Bürger aus Bad Sulza, Apolda sowie vom o.g. Verein Selbstverwaltung für Thüringen das Wort.

Frank Kuschel erwies sich einmal mehr als der Experte der Gebietsreform, was insbesondere die anwesenden Kritiker sichtlich beeindruckte.

Er blieb keine Frage schuldig, so zur Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße, zur Größe zukünftiger Kommunalparlamente, zu Übergangsperioden bei der Wahl von Bürgermeistern oder zum Zeitplan der Funktional, - Verwaltungs – und Gebietsreform.

Ein für die Region, insbesondere die Kreisstadt Apolda, sehr wichtiger Vorschlag Frank Kuschels, nämlich die freiwillige Fusion von Apolda als wirtschaftliches Oberzentrum mit der Kurstadt Bad Sulza als touristisches Mittelzentrum wurde erstaunt aber offen interessiert zur Kenntnis genommen. 

Hans-Helmut Münchberg, der Frank Kuschel ausdrücklichen Respekt für dessen „Detail – und Zahlenkenntnis“ zollte, war zumindest teilweise mit der Beantwortung seiner Fragen einverstanden.

Schließlich war es auch Münchberg, der Frank Kuschels Angebot, die Diskussion fortzuführen, offen annahm.

Ob mit dieser Diskussion der berühmte Stein ins Rollen gebracht wurde, wird die Zukunft zeigen. Die Gäste der Veranstaltung verließen jedenfalls mit einem positiven Gesamteindruck den Apoldaer Ratssaal.