21. Februar 2017 Udo Nauber

Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs vom 9. Februar 1945

Am 04.02.2017 gedachte eine Gesellschaft der Opfer des Bombenangriffs auf Weimar vom 9. Februar 1945. An sie erinnert ein 1956 errichteter Gedenkstein in der Nähe des ehemaligen Werkseingangs des VEB Weimar-Werk, damals Gustloff-Werke II.

Anfang 1945 arbeiteten für die Herstellung von Kriegswaffen- und Werkzeugmaschinen bis zu 2500 KZ-Häftlinge sowie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in diesem Werk. Bei Luftangriffen mussten sie grundsätzlich weiterarbeiten; das Aufsuchen der Schutzräume war ihnen nicht möglich. Während vor allem deutsche Arbeiter sich bei dem Luftangriff am 9.Februar 1945 in Sicherheit bringen konnten, so bestand diese Möglichkeit für mindestens 400 KZ-Häftlinge nicht. Ein Großteil der Opfer war am Güterbahnhof in Waggons eingesperrt.

Dr. Bock erinnerte mit einigen Zeitzeugenberichten an den Schrecken der Häftlinge, darunter auch Raphaël Élizé, der am Tag des Bombenangriffs ebenfalls als KZ-Häftling verstarb. Er war der erste dunkelhäutige Bürgermeister in Frankreich überhaupt und musste im Jahr 1940 auf Drängen der deutschen Besatzungsmacht nach 11 Jahren sein Amt niederlegen. Im September 1943 wurde er wegen seines Engagements in der Resistance verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.

Vierundzwanzig Jahre war der Gedenkstein vergessen; zugewachsen und verwahrlost. Erst auf Betreiben von Dr. Harry Stein und Dr. Bock wurde er 2014 wieder freigelegt, restauriert und an neuer Stelle (Kromsdorfer Straße / Ecke Andreasstraße) wieder aufgestellt. Seit 2015 erinnern die beiden Engagierten im Beisein zahlreicher Bürger an die Leiden der KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter.