5. Oktober 2016 Kersten Steinke

Keine Werbung in Klassenzimmern - kein Lobbyismus in Schulen!

Durch Schleichwerbung und Sponsoring an Schulen sichern sich Konzerne die Verbraucher der Zukunft. Längst haben Unternehmen und Wirtschaftsverbände in den Klassenzimmern Platz genommen.

Sie finanzieren kostenloses Unterrichtsmaterial, Schülerwettbewerbe oder so genannte Experten, die den Unterricht besuchen, um für ihre Sicht auf Wirtschaft, Finanzen und Arbeitsleben zu werben. Sogar Klassenfahrten werden mitfinanziert, wenn die Schüler beispielsweise für Nestlé eine Befragung unter Konsumenten zu ihren Produkten auf der Grünen Woche durchführen. 

Schulen benötigen Unterstützung und somit werden die Werbezüge kaum von Eltern, Lehrern und Direktoren hinterfragt. Berlin, Bremen und Sachsen-Anhalt gestatten sogar eine direkte Werbung unter gewissen Bedingungen im Klassenzimmer. Aber auch die Schulgesetze der anderen Bundesländer lassen viel Spielraum für Lobbygruppen.

Kersten Steinke plädiert entsprechend dem im Plenum zur Diskussion gestellten Antrag ihrer Fraktion DIE LINKE „für eine Eindämmung der lobbyistischen Einflussnahme auf Schüler in Schule und Unterricht. Dazu muss die Unterfinanzierung des Bildungswesens, welche als zentrales Einfallstor für Lobbyisten dient, beendet werden. Lehrkräfte sollten nicht länger aus einer Finanznot heraus gezwungen sein, auf externes Unterrichtmaterial zurückgreifen zu müssen.“