21. September 2016 Büro Sabine Berninger

Landtagsabgeordnete und Europapolitikerin besuchen Ausstellung im Gymnasium

Am kommenden Donnerstag, dem 29. September 2016 um 15 Uhr, besucht die Landtagsabgeordnete Sabine Berninger die Ausstellung „Arisierung“ in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.“ im Gymnasium Bergschule in Apolda.
„Gerade angesichts nicht nur der neu erstarkenden extremen Rechten, auch im Hinblick auf immer unverhohlener übernommene Parolen und Sprachmuster der Nazis, zum Beispiel  durch VerteterInnen rechtspopulistischer Parteien, finde ich es immens wichtig, junge Menschen auch außerhalb des Geschichtsunterrichts über Antisemitismus und die Vernichtungsmaschinerie der Nazis aufzuklären.“, so Sabine Berninger in einer Pressemitteilung.

Begleitet wird Berninger durch Karin Schrappe vom Büro der Europaabgeordneten Gabi Zimmer und Mitgliedern der Apoldaer LINKEN. Auch Gabi Zimmer äußerte sich positiv zur Ausstellung: „Dass sich Schule für derart wichtige gesellschaftliche Themen, wie die Aufklärung zu Rassismus und Antisemitismus, öffnet und dafür, auch für Menschen außerhalb der Schule, Raum bietet, ist aller Unterstützung wert. Auf europäischer Ebene beobachten wir seit Jahren eine Besorgnis erregende Entwicklung und Stärkung rechtspopulistischer Organisationen bis hin zu extrem rechten Parteien, denen auf allen Ebenen begegnet werden muss. Und gerade die Institution Schule kann hierbei ein wertvoller Partner sein.“

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 setzte ein Prozess der wirtschaftlichen und sozialen Ausgrenzung sowie der schrittweisen Enteignung von BürgerInnen jüdischen Glaubens ein. In nur sechs Jahren wurden ca. 100.000 Firmen abgewickelt oder an „arische“ Deutsche verkauft. In Thüringen betraf das alle jüdischen Unternehmen. Die betroffenen Jüdinnen und Juden wurden damit ihrer sozialen und ökonomischen Lebensmöglichkeiten und ihres Eigentums beraubt. Sie wurden aus dem Land getrieben. Millionen fanden den Tod in den Vernichtungslagern der Nazidiktatur.

Die Ausstellung am Gymnasium Bergschule in Apolda: „Arisierung“ in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.“ zeigt auf mehreren Schautafeln, wie dieser Ausgrenzungs-, Verdrängungs- und Vernichtungsprozess der jüdischen Bevölkerung ablief. Menschen, welche noch bis 1933 ein fester Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland waren, wurden plötzlich als „Volksfeinde und Verräter“ ausgegrenzt und schlussendlich vertrieben und vernichtet. Die Opfer sollen ein Gesicht bekommen und es soll an ihre Geschichte erinnert werden. Die Ausstellung zeigt, wer Täter und wer die Nutznießer der Arisierung in Thüringen waren und welcher Mechanismen sich diese in Thüringen bedienten. In der Ausstellung können konkrete Fallbeispiele  der „Arisierung“ von Firmen aus mehreren  Städten und Gemeinden Thüringens besichtigt werden. Nicht nur Beispiele aus großen Städten wie Erfurt und Jena, sondern auch Bespiele aus kleineren Städten wie Apolda oder Pößneck werden hier gezeigt.