22. September 2016 Steffen Vogel

Zu Schwierigkeiten bei der Max-Zöllner-Stiftung

Im Jahr 2004 wurde die Max-Zöllner-Stiftung wiedergegründet. Um Blinde und Sehbehinderte unterstützen zu können, wurde sie von der Stadt Weimar und dem Land Thüringen gut ausgestattet. Zum Stiftungsvermögen gehörten drei Millionen Euro und 6 große Wohnhäuser. Es war der Wunsch der Stifter, dass das Vermögen gut bewirtschaftet wird und die Überschüsse dem Stiftungszweck zufließen. Doch der Plan ging nicht auf.

Die Gremien der Stiftungen arbeiten weder transparent, noch einvernehmlich. Es wird gestritten. Visionen werden entwickelt und scheitern regelmäßig an der praktischen Umsetzbarkeit. Jahre vergehen ohne geordnete Entwicklung. Den traurigen Höhepunkt stellt die Sanierung von drei Wohnhäusern dar. Der Stiftungsrat war berauscht vom eigenen Konzept: energieeffizient, barrierefrei und denkmalgerecht. Als der Oberbürgermeister das Experiment endlich abbricht, sind bereits Mehraufwendungen von 1,5 Millionen Euro entstanden. Auf Kosten der Sinnesbehinderten. Es folgt die finanzielle Sanierung der Stiftung. Danach hat die Stiftung 4 ihrer 6 Wohnhäuser verkauft. An die üblichen Heuschrecken, pardon Investoren.

Wie wird es weitergehen? Unsere Fraktion hat die Verwaltung angefragt, wie sie die Entwicklung der Stiftung beurteilt. Dazu gab es bisher keine Antwort. Im Oktober werden die Stiftungsgremien neu berufen. Wir sind gespannt, ob der Oberbürgermeister und die Sozialministerin auf personelle Kontinuität setzen und damit das Wirken der bisherigen Stiftungsgremien als „erfolgreich“ bewerten.