13. April 2017 Kai Budler

Szenen aus dem NSU-Ausschuss im Weimarer Lichthaus

Martina Renner für Öffentlichkeit und Aufklärung „Demokratie ist anstrengend“ - mit diesen Worten schloss Anna Biselli am Freitag, d. 7.04.2017, die Inszenierung von Originalszenen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss „Nicht öffentlich“. Auf Einladung von Martina Renner, MdB DIE LINKE und Direktkandidatin im Wahlkreis 193, brachte das Schauspieler_innen-Team die szenische Lesung vor rund 100 Besucher_innen auf die Bühne des „Lichthaus“ in Weimar. Nichts wurde dabei hinzu erfunden, wie Biselli zu Anfang erläuterte. Sonst hätte wohl niemand geglaubt, wie sich die Zeugen des Bundesnachrichtendienstes versucht haben, aus der Affäre zu winden. Ist diese Sitzung nun öffentlich, geheim oder streng geheim? Was darf man in welcher Situation aussagen und sagt es dann mit welcher Ausrede dennoch nicht? Die Lesung gab Aufschluss über die Funktion von Demokratie und ihren Gremien sowie über die Mühen bei der Befragung seitens der Opposition. Martina Renner, selbst Mitglied im NSA-Ausschuss, erklärte: „Die teils absurden Szenen zeigen sehr gut, in welch schwieriger Situation Demokratie gegen das Mauern der Geheimdienste verteidigt werden muss“. Mit dem Abschlussbericht des NSA- Ausschusses ist die Arbeit noch lange nicht zu Ende. „Nach wie vor sind mehrere Klagen gegen den BND wie z.B. die der „Reporter ohne Grenzen“ anhängig, die wir eng begleiten. Auch hier besteht für die Öffentlichkeit dringender Aufklärungsbedarf, der nicht durch den BND und andere Dienste abgeblockt werden darf“.