18. April 2017 Stanislav Sedlacik

Thüringer Ostermarsch in Jena 2017

Als wir erfuhren, dass am 15. April ab 11 Uhr am Holzmarkt Jena ein
Ostermarsch stattfindet, hielt uns nichts zu Hause und wir fuhren hin.
Früher sind wir nach Ohrdruf gefahren, aber heute macht uns langes
Laufen Schwierigkeiten, wir werden leider nicht jünger.

Wir stimmen dem Philosophen Kant zu: „Der Krieg sei mithin das größte
Übel, was dem Menschengeschlechts begegnen kann“. Wir haben beide keinen
Krieg erlebt und deshalb möchten wir, dass unsere Kinder und Enkelkinder
auch kein Krieg erleben.

Seit 1990 ist Deutschland wieder eins und haben die Deutschen aus der
Geschichte des I. und II. Weltkrieges nichts gelernt? Die Bundeswehr
engagiert sich bei Auslandseinsätzen mit ihren Bündnispartnern im
Kosovo, Afghanistan, Syrien, Mali usw. und lauert an den Grenzen zu
Russland. Weltweit sind nach Angaben der UN zirka 65 Millionen Menschen
auf der Flucht. Und heute sind viele Bürger*innen schockiert, weil die
Flüchtlinge auch zu uns kommen. Dabei wählen die Bürger*innen die
Parteien, welche die Bundeswehr-Soldaten in Kriege schicken. Fragt doch
mal die Bundespolitiker, welche eigene Kinder oder Enkel von ihnen bei
den Bundeswehr-Auslandseinsätzen mit dabei sind.

Bei weltweiten Rüstungsexporten ist Deutschland weltweit auf Platz 5.
Die Exporteure sind also mitverantwortlich für das Elend in der Welt.
Warum bezahlt die Rüstungsindustrie, welcher an den Kriegen Milliarden
verdient, nicht die entstandenen Kosten für die Flüchtlinge in
Deutschland, sondern nur wir Steuerzahler?

Friedenspolitik beginnt vor der eigenen Haustür. Hinten diesem Plakat
hatten sich über 150 Menschen versammelt und am ersten Ostermarsch 2017
in Jena teilgenommen. Wenn wir gesund bleiben, werden wir nächstes Jahr
erneut dabei sein.