Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Ein linkes Modell im 21. Jahrhundert – Hoffnungen aus Chile?

Seit dem 11. März regiert in Chile eine mosaiklinke Regierung gemeinsam mit der KP und der Sozialdemokratie. Gabriel Borić, der neue Präsident, steht für eine Generation der heute MittdreißigerInnen. Vor zehn Jahren hat er noch eine machtvolle studentische Bewegung angeführt. Gemeinsam mit der in Chile starken feministischen Bewegung, den bisher immer übergangenen indigenen Völkern, unbestechlichen GewerkschafterInnen sowie Umwelt und  Menschenrechtsgruppen treten sie an, das neoliberale und im doppelten Sinne chauvinistische Erbe der Militärdiktatur endlich zu überwinden, nachdem Mitte-links-Regierungen eben dies in den letzten 30 Jahren nicht vermocht haben.

Zugleich arbeitet eine vom Volk gewählte – und stark radikaldemokratisch besetzte – Verfassungsgebende Versammlung die Grundcharta für eine neue Gesellschaftsordnung aus. Die Rechte ist hingegen parlamentarisch stark, liegt aber programmatisch und personell darnieder.

Chile bietet nach 50 Jahren wieder Aussichten auf eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, gewaltfrei und unter Wahrung der parlamentarisch-demokratischen Ordnung. Ein Militärputsch droht diesmal (noch) nicht, aber der Weg wird nicht einfach sein.

Max Welch Guerra war gerade in Chile, seiner ersten Heimat, aus der er nach dem Militärputsch 1973 flüchten musste. Er hat dort die Lage aufmerksam beobachtet, mit diversen Linken und auch mit Rechten debattiert und immer wieder fotografiert. Auf seinen Bericht soll eine offene Diskussion über linke Perspektiven in einer Welt folgen, die uns oft zum Verzweifeln bringt.

Mo, 28.03, 19 Uhr, Marktstraße 17, Weimar