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Gudrun Wolfram

Karl Marx ehren – eine andere Art

Unser Versammlungsraum glich am 15. August einem Museum. Was gab es da alles zu entdecken: Bücher, Schriftstücke, Schautafeln mit Fotos von Denkmalen, Gemälden, Karikaturen, Briefmarken, Medaillen, Orden, Münzen, Wappen. All das einer Person gewidmet – Karl Marx.

 

Wer trug diese Exponate in Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten zusammen?

Frank Hildner ist es, der unsere Einladung gern annahm und uns einen Teil seiner Sammlung vorstellte. Wir wollten natürlich wissen, weshalb er sich gerade diesem Sammelobjekt widmete. Es hatte mit seinem Lehrerberuf und seiner Tätigkeit an der Medizinischen Fachschule Weimar zu tun. Er unterrichtete einem Grundkurs Philosophie.

 

Alles begann mit dem Manifest der Kommunistischen Partei. Die älteste Ausgabe stammt aus dem Jahre 1920. Frank Hildner bereiste alle Kontinente (außer Australien) und nutzte jede sich bietende Gelegenheit, weitere Exemplare zu bekommen. Stolz verwies er auf Ausgaben in 27 Sprachen, u.a. Chinesisch, Arabisch, Gälisch, Hebräisch, die Sprachen der ehemaligen Sowjetrepubliken, sogar Esperanto und in der Blindenschrift. Ein großer Teil enthält Widmungen von Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sehr interessant die dazu gehörende Geschichte, nicht selten kurios oder einem Zufall entsprungen.

Eine Rarität stellt eine Matrjoschka mit der Aufschrift „Karl Marx“ dar, eine Spezialanfertigung aus Birke, die ein Weimarer Händler für ihn in Auftrag gab. Innen befindenen sich Engels, Feuerbach, Hegel und Kant – Mitstreiter und Philosophen, mit deren Werken sich Marx auseinander setzte und die für seine Schriften die Grundlage bildeten.

 

Was geschieht mit Frank Hildners Sammlung? Diese Frage beschäftigte uns gegen Ende unserer Zusammenkunft. Eine Antwort fanden wir nicht, waren uns aber einig, ihr gebührt eine größere Aufmerksamkeit. Herzlichen Dank an Frank Hildner!