Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Gudrun Kittel

Keine Gemeinschaftsschule im Weimarer Land

Enttäuscht zeigt sich die Fraktion DIE LINKE im Kreistag von der erneuten Absage einer Abstimmung zur Gründung einer Thüringer Gemeinschaftsschule. Würde sich der Kreistag mehrheitlich dafür entscheiden, wäre es die erste dieser Schulart im Weimarer Land.

Immerhin wurden auch in Thüringen vor 10 Jahren die notwendigen gesetzlichen Regelungen im Schulgesetz geschaffen, gleichberechtigt neben Grundschulen, Regelschulen und Gymnasien, auch Thüringer Gemeinschaftsschulen entstehen zu lassen. Das ist überall dort möglich, wo sich Initiativen dazu bilden und der Wille dazu vorhanden ist. Und auch in unserem Landkreis gibt es diesen Wunsch von Eltern, Schülern und Lehrern mit Konzepten einer modernen Gemeinschaftsschule ein attraktives Schulangebot anzubieten, längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen, welches mit individueller Förderung verbunden wäre.

So haben die GS Christian Zimmermann und Regelschule Werner Seelenbinder ihren Willen dazu bereits seit 2016 bekundet, inzwischen mehrmals Konzepte erarbeitet und vorgelegt, es gab Schulkonferenzen und unzählige Gespräche, mehrmals stand die Gründung der Thüringer Gemeinschaftsschule auf der Tagesordnung des Kreistages zur Beschlussfassung und wurde seit 2018 regelmäßig wieder in den Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport zurück überwiesen. Ein gängiges Mittel, wenn man eine Entscheidung auf den Sankt-Nimmerleinstag vertagen möchte und sich nicht dazu bekennen will, dass man aus politischem Kalkül keine Gemeinschaftsschule will. Die in den Diskussionen zu dem Thema abgegeben Vorwände und Bedenken von Vertretern der CDU- Fraktion oder der BI Weimarer Land machten das recht deutlich.

Aber auch bei Kreisverwaltung als Schulträger fehlt offensichtlich der Wille dazu. Man sollte meinen, dass ein Schulträger eine Initiative dieser Art, die ja quasi direkt von der Basis, nämlich den Eltern und deren Kindern, Lehrerschaft und Schulleitungen ausgegangen ist, unterstützt. Aber den Eindruck hatten wir nicht und das finden wir sehr bedauerlich. Man könnte das Agieren der Verwaltung schon als Provokation auffassen, denn das Thüringer Bildungsministerium und das Staatliche Schulamt Mittelthüringen befürworten das Vorhaben der beiden Apoldaer Schulen zur Gründung einer Thüringer Gemeinschaftsschule. Nach so vielen Jahren des Hin und Her und des Unvermögens des Kreistages, hierzu einen verbindlichen Beschluss zu fassen, ist es vollkommen legitim, wenn nun das Ministerium dazu anstelle des Schulträgers eine Entscheidung trifft.

Unabhängig davon, wird die Fraktion DIE LINKE die Abstimmung zum Geschäftsordnungsantrag der Landrätin, den Antrag zur Gemeinschaftsschule nicht zu behandeln, beanstanden.

Während der Abstimmung mit den elektronischen Abstimmungsgeräten kam es zu einer offensichtlichen Manipulation. Auf der Übersicht wurde eine Abstimmung eines Kreistagsmitgliedes angezeigt, der sich zum Zeitpunkt der Abstimmung gar nicht im Sitzungssaal befand. Zwar sah sich der Kreistagsvorsitzende durch die deshalb aufkommende lautstarke Empörung veranlasst, die Abstimmung zu wiederholen, jedoch sollte das Vorgehen, ein fremdes Abstimmungsgerät zu betätigen, geprüft und bewertet werden.