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Neu erschienen und rezensiert: "Atlas der Migration" erhältlich in der Marktstraße 17

In dem Heft „Atlas der Migration“, welches von der Rosa Luxemburg Stiftung herausgegeben wurde, geht es um genau dieses Thema. Migration. Das Heft hat 50 Seiten und ist sehr angenehm zu lesen, da es viele grafische Darstellungen enthält und die einzelnen Unterthemen recht vielfältig sind. Auch sind die 19 Aufsätze bzw. Artikel aufgrund ihrer verschiedenen Autoren im Schreibstil nicht vollkommen identisch. Dadurch kann man viele Menschen ansprechen, da nicht alle das gleiche interessant oder ansprechend finden. Die Sprache sowie der Ausdruck im Allgemeinen sind nicht sonderlich komplex. Für manche Personen sind die Fakten in diesem Heft eventuell nichts Neues, aber gerade die Grafiken machen die Themen nochmals anschaulicher und auch verständlicher.  Zu Beginn erhält man eine kurze „Einführung“ in Form von 12 Fakten (oder wie es im Heft genannt wird, Lektionen) zur Migration. Man kann sich durch diese bereits einen kleinen Blick über die zu behandelnden Aspekte verschaffen. Bei eben diesen geht es zum Beispiel um die Geschichte der Migration, die Kontrolle dieser und auch um Einwanderungsgesetze sowie die Grenzen der Reisefreiheit (Visa).

Natürlich ist das noch längst nicht alles. Gerade das Thema Gewalt gegenüber Migranten finde ich sehr interessant, aber auch erschreckend. Man hört zwar auch durchaus in den Nachrichten darüber, aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was wirklich tagtäglich passiert. Der Ausdruck des Beitrags zu dieser Materie ist meiner Meinung nach auch sehr ansprechend. Von der Terrorgruppe NSU bis zu Gewalttaten auf Flüchtlinge in der nicht weitreichenden Vergangenheit wird alles thematisiert. Durch eine Grafik wird aufgezeigt, in welchen Bundesländern und Jahren wie viele Menschen aufgrund rechter Gewalt getötet wurden. Dies sind jedoch auch nur die bekannten Fälle. Angriffe anderer Art/en in dem Zeitraum von 2015 bis 2017 werden ebenfalls dargestellt. Ein anderer für mich sehr interessanter Artikel ist der über das Mittelmeer. Gerade in Zeiten von Sea-Watch und anderen Organisationen dieser Art zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich die Absichten und der Charakter der einzelnen Menschen ist/sind. Viele geben immer wieder ihr Leben und ihre Freiheit, um anderen zu helfen oder Hilfe zu bekommen. Wiederum andere sind die, die diesen Leuten ihre Freiheit nehmen wollen, nur weil sie anderen helfen. Auch dies wird in dem Text und den Grafiken nochmals deutlich. Auch wird öfter im gesamten Heft erwähnt, dass die genaue Anzahl der Toten, Verletzten o.ä. nicht bekannt ist und die Angaben der Darstellungen oder Texten deshalb auch eigentlich höher sein müssten, als sie es sind. Es geht viel um die Vergangenheit, Ursachen oder besonderen Ereignisse der jeweiligen Thematiken. Zuletzt möchte ich noch einen Beitrag vorstellen, der im Moment besonders für Weimar passend und wichtig ist. In diesem geht es um die Solidarität einzelner Städte. Es wird dabei auf diese in ganz Europa, aber auch in den USA eingegangen. Auch die verschiedenen Arten dieser Städte (oder Bezeichnungen für sie) werden erklärt und durch Karten wiedergegeben. In Deutschland gibt es 59 sogenannte „sichere Häfen“ (Stand Mai 2019). Seit nicht allzu langer Zeit ist es im Gespräch, dass auch Weimar einer werden soll.  Dies bedeutet, dass Weimar Menschen, die in Seenot geraten sind, aufnimmt, für eine Unterbringung und die notwendigen Ressourcen für das Leben der geretteten Menschen sorgt. Um zu so einem sicheren Hafen zu werden, muss die betroffene Stadt verschiedene Aspekte erfüllen, bzw. mindestens einen dieser. Da das Heft in verschiedene Bereiche und Aufsätze gegliedert ist, hat es auch nicht nur einen Autor. Die Autoren der einzelnen Beiträge sind auf den letzten Seiten aufgeführt. Meiner Meinung nach ist „ Der Atlas der Migration“ eine gelungene Informationsquelle, welche durch ihre verschiedenen Veranschaulichungen und Unterthemen viele Menschen ansprechen kann. Das Gute ist auch, dass man nicht unbedingt alles gelesen haben muss, um die folgenden Artikel zu verstehen, da jeder ein stückweit eigenständig ist.