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DIE LINKE. Fraktion im Weimarer Stadtrat

Zukunft historischer Gebäude solidarisch miteinander diskutieren.

Am gestrigen Dienstag hatten Mitglieder der Gruppe „Diesteln im Beton“ für einige Stunden das ehemalige Dorfner-Haus am vorderen Ende der Erfurter Straße besetzt. Die jungen Menschen bezogen das Wohnhaus und die Werkstatt des bedeutenden Bauhäuslers, Buchbinders und Kunsteinbandgestalters Otto Dorfner. Das Objekt steht inzwischen im Eigentum einer Holding, die darin kommerzielles studentisches Wohnen sowie ein Café einrichten will.

Laut eigener Aussage verfolgte die Aktionsgruppe mit der Besetzung das Ziel, einen Lebensraum zu schaffen, „der sich als Solidargemeinschaft versteht.“ Geplant sei gewesen, im Dorfnerhaus kostenlosen Wohnraum zur Verfügung zu stellen und eine öffentliche Nutzung als „Café, Infoladen, Werkstatt, Atelier, Ort für Kunst, Politik, Bildung, Nachhaltigkeit und Autonomie.“ Gleichzeitig kam es zu einer über soziale Medien organisierten spontanen Unterstützungsdemonstration, die an ihrem Ende die Zufahrt zum Dorfner Haus von der stadtauswärtigen Seite blockierte.

Die Fraktion DIE LINKE im Weimarer Stadtrat teilt das Ansinnen aber nicht die Mittel der Aktionsgruppe: Über die Zukunft historischer Gebäude müssen wir in unserer Stadt solidarisch miteinander diskutieren. Die Frage, was den Menschen am meisten dient, muss gemeinsam geklärt werden - nicht gegeneinander.

Am Nachmittag baten die Hausbesetzer die Fraktion DIE LINKE darum, Gespräche mit der Verwaltung und Polizei zu vermitteln, um eine Räumung des Hauses zu verhindern. Für die Linksfraktion war Rechtsanwältin Ulrike Grosse-Röthig vor Ort.

In mehrstündigen Verhandlungen konnte erreicht werden, dass die Mitglieder der Aktionsgruppe das Haus freiwillig verließen. Gleichzeitig wurde durch die Stadtspitze zugesagt, dass im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens eine Einbeziehung der jungen Menschen erfolgen wird. Es werden Gesprächsrunden stattfinden, um die zukünftige Nutzung des prominenten und denkmalgeschützten Gebäudes gemeinsam zu gestalten. Die Einflussmöglichkeiten der Stadt auf ein laufendes Baugenehmigungsverfahren sind begrenzt aber nicht völlig marginal. Die Fraktion DIE LINKE wird diese Gespräche aktiv begleiten und darauf achten, dass der gestern vereinbarte Interessenausgleich in die Tat umgesetzt wird.