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L. Hofschlaeger / pixelio.de

Michael Schade

Kinder- und Jugendhilfe im Weimarer Land in der Sackgasse

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages Weimarer Land am 14. November war einmal mehr ein Beleg dafür, dass Jugendhilfe und hier insbesondere die Jugendsozialarbeit fast ausschließlich nur noch unter dem Primat des Haushaltsvorbehaltes gefördert wird. Vorsichtige positive Ansätze aus der ersten Lesung, wie der, dass es durch das Landesprogramm Schulsozialarbeit keine Einschränkungen aktueller Projekte der Schulsozialarbeit geben solle, waren plötzlich nicht mehr wahr.

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages Weimarer Land am 14. November war einmal mehr ein Beleg dafür, dass Jugendhilfe und hier insbesondere die Jugendsozialarbeit fast ausschließlich nur noch unter dem Primat des Haushaltsvorbehaltes gefördert wird. Vorsichtige positive Ansätze aus der ersten Lesung, wie der, dass es durch das Landesprogramm Schulsozialarbeit keine Einschränkungen aktueller Projekte der Schulsozialarbeit geben solle, waren plötzlich nicht mehr wahr.

Das Mitglied des Jugendhilfeausschusses, Michael Schade, kritisierte bereits während der ersten Lesung am 23. Oktober, dass die Diskrepanz zwischen dem Bedarf der freien Träger zur Umsetzung der ihnen übertragenen Aufgaben und deren öffentlicher Förderung immer größer werde. So beträgt die Differenz zwischen der von den freien Trägern beantragten Förderung und der vom Jugendamt vorgeschlagenen maximalen Förderhöhe für das Jahr 2014 mehr als 134.000 €. Das entspricht ca. 15 % weniger Förderung als beantragt. Von den 20 Anträgen erhalten 15 teilweise deutlich weniger Förderung als beantragt. Für Michael Schade stellt sich die Frage, ob die Träger angesichts der seit Jahren eingefrorenen Förderung überhaupt noch in der Lage sind, ihre Aufgaben in der erforderlichen Qualität umzusetzen. Kostensteigerungen bei den Sachausgaben bleiben zu 100 Prozent bei den Trägern, ganz zu schweigen von der schlechten Bezahlung der in der Jugendsozialarbeit beschäftigten Fachkräfte. Hier werden überwiegend untertarifliche und seit Jahren unangepasste Gehälter gezahlt. Nichts desto Trotz sonnt sich Herr Mohring (CDU) als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in der jährlichen Haushaltsdebatte in der immer gleichen Behauptung, dass die Jugendhilfelandschaft im Weimarer Land doch so toll sei. Die wachsende Unzufriedenheit der Träger sagt da etwas anderes. Widerspruch wird abgebügelt. Träger resignieren und kommen gar nicht erst zu den Sitzungen des Ausschusses.

Eine kollegiale Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen freien Trägern und Jugendamt findet kaum noch statt.

Zudem werden die Rahmenbedingungen der Arbeit des Jugendhilfeausschusses immer gravierender. Die Tagungsstruktur ist eine Katastrophe. Protokolle der vorhergehenden Sitzung liegen in der aktuellen nicht vor usw. usf.

Unverantwortlich ist, dass eine längst überfällige Novellierung des Jugendförderplanes des Landkreises von Herrn Mohring mit der Begründung vor sich hergeschoben wird, dass man vor der Kommunalwahl keine Parteipolitik zulassen wolle. Da kann man sich ausrechnen, was nach der Kommunalwahl auf die freien Träger zukommt.

Fazit: Die inhaltliche, organisatorische und politische Arbeit des Ausschusses hat einen Tiefpunkt erreicht, der zu unbedingtem Handeln nötigt. Dazu bedarf es aber auch eines deutlichen Wortes der freien Träger, welches man leider aber immer weniger wahr nimmt.


Fraktionsvorsitzende Gudrun Kittel
   
stellv. Vorsitzende des Bau- und Vergabeausschuss, Mitglied des Bildungs- Kultur- und Sportausschusses Constanze Kubitz