Aufruf zum Gedenken am 9. November

Wahlkreisbüro Grosse-Röthig

Zum 9. November als Gedenktag für die Opfer der Pogromnacht, der auch in Weimar ein lebendiges Gedenken war und ist, erklärt die Weimarer Landtagsabgeordnete Ulrike Grosse-Röthig (Die Linke):

»Die 1938 vom nationalsozialistischen Regime organisierten und von breiten Schichten der Gesellschaft tolerierten Gewalttaten gegen Synagogen, jüdischen Geschäfte und als Juden identifizierte Menschen sind heute nicht mehr so weit entfernt wie noch vor 20 Jahren. Auch bei uns ist etwas ins Rutschen geraten. In diesem Jahr wurden allein hier in der Stadt Weimar 33 Stolpersteine mutwillig zerstört. Diese Taten zeugen vom gesellschaftlichen Aufstieg eines Gedankengutes, das wir lange überwunden glaubten. Heute ist ein breit getragenes Gedenken und die Vermittlung, wohin Entmenschlichung führt, wichtiger denn je.«

Die Abgeordnete begrüßt daher, dass auch in diesem Jahr wieder ein ›Vielstimmiges Gedenken‹ in Weimar stattfindet: Um 17 Uhr findet der Auftakt im Marstall statt, ab 17:40 Uhr folgt der Gang zu den Stolpersteinen und um 18:15 Uhr soll auf dem Theaterplatz gemeinsam gesungen werden.

»Mit ›Wehret den Anfängen!‹ ist gemeint, dass man wachsam gegenüber autoritären Entwicklungen in Staat und Gesellschaft bleibt und nicht schweigt, wenn sich Vergangenes zu wiederholen droht. Das gemeinsame Singen und Gedenken kann dabei einen wertvollen Beitrag leisten«, so die Abgeordnete abschließend.