Bürgermeister will unbequemen Stadtrat los werden
Der Fraktionschef der Linksfraktion im Stadtrat Apolda, Michael Schade, ist empört über die Art und Weise, wie das Fraktionsmitglied Wolf-Jörg Gröber aus dem Stadttrat entfernt werden soll.
Gröber hatte eine Stelle als „Sachbearbeiter Nebenkosten“ (siehe Ausschreibung im Amtsblatt 06/11) in der hundertprozentigen WGA-Tochter IGA angetreten und ist hier für die Ermittlung der Betriebskosten, also das Ablesen der Heizkostenverteiler und der Wasseruhrenzähler zuständig. Eisenbrand argumentiert, dass diese Stelle eine „Leitungsposition“ sei. Pikant ist, dass er selbst als Aufsichtsratsvorsitzender den Inhalt der Stelle mit bestimmt und beschlossen hat.
Der Bürgermeister informierte den Fraktionschef der Linken aber erst, als die Sache bereits bei der Kommunalaufsicht anhängig war. Der Betroffene, so Schade, sei gar nicht einbezogen gewesen. Weitere Insider sprechen offen davon, dass die Sache eine Retourkutsche für die mehrfach geäußerte Kritik Gröbers am Bürgermeister sei. In einem Gespräch am Rande des Glockengießens redete Herr Eisenbrand von Transparenz und Ehrlichkeit – in Wirklichkeit merke der Bürgermeister, so Schade, dass die Sache langsam brenzlig werde.
Das wird sie auch werden, kündigt der Chef der Linksfraktion an. Die Fraktion stehe voll hinter Herrn Gröber und werde die Sache, wenn es sein muss, durch alle Instanzen bringen.
Anmerkung: Als Insider sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE und andere Stadtratsmitglieder gemeint, die aber hier nicht genannt werden wollen.

