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Herr Dr. Brendel (CDU) und seine Sozialkompetenz

Michael Schade

Der Kreistag Weimarer Land verabschiedete, wie bereits mehrfach erwähnt, am 1. Dezember vergangenen Jahres einen für die sozialen Träger verhängnisvollen Haushalt. Nun wird , leise, still und zumindest beabsichtigt heimlich, Ordnung geschaffen. So sollte ein im Jahre 1992 vom Landkreis mit der Suchthilfe Thüringen SIT geschlossener Vertrag aufgehoben werden. Der Titel war (bewusst) weg gelassen worden.

Nachdem ich ein paar deutliche Worte zu diesem Thema im Namen der Linksfraktion fand, mit der Bemerkung, diesem Antrag nicht zustimmen zu können, fühlte sich Herr Dr. Brendel, seines Zeichens Vorsitzender des Sozialausschusses !!, bemüßigt, mir zuerst (und völlig niveaulos) Wahlkampf vor zu werfen. Das würde ja alles gar nicht stimmen, was ich gesagt hätte und überhaupt wolle ich doch nur auf dem Rücken der Betroffenen Wahlkampf machen.

Ich konnte mir allerdings nicht so richtig erklären, woher Herr Dr. Brendel seine Weisheiten hat. Während ich bei vielen Trägern entsprechenden Einladungen gefolgt bin und vor Ort von den Betroffenen sowie Mitarbeitenden deren Sorgen und Nöte vernehmen konnte, wurde Herr Dr. Brendel nicht gesehen. So klein ist er ja nun auch wieder nicht, dass man ihn hätte übersehen können – so wie mich auch nicht.

Herr Dr. Brendel sprach also wie der sprichwörtliche „Blinde von einem Rembrandt“. Ich stelle mir nun vor, was wäre, wenn Herr Dr. Brendel den Mut gehabt hätte, mit den Betroffenen zu kommunizieren. Nun ja, so wie ich die Betroffenen erlebt habe, wäre das für Herrn Dr. Brendel eine recht mulmige Angelegenheit geworden.

Wenn ich so richtig darüber nachdenke, wäre das sicher , die Betroffenen mögen mir verzeihen, eine vielleicht etwas amüsante Veranstaltung, für die ich sogar ein paar Euro Eintritt bezahlen würde – oder auch spenden.

Ach ja, das mit dem Wahlkampf. Da muss ich natürlich Herrn Dr. Brendel doch etwas Recht geben. Als Bürgermeisterkandidat interessiert mich sehr wohl, wenn die soziale Infrastruktur in der Kreisstadt platt gemacht wird.

Und da bin ich wieder beim Amtsinhaber. Herr Eisenbrand fand es nicht wichtig, sich dazu zu positionieren – eigentlich schade – aber dafür trete ich ja an.

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