Münchberg-Unterstützung ist Offenbarungseid von CDU und SPD
Als „politischen wie moralischen Offenbarungseid“ bezeichnet Frank Lange, Kreisvorsitzender der Linkspartei Weimar/Weimarer Land, die Entscheidung von CDU und SPD, bei der Landratswahl im Weimarer Land den Amtsinhaber Hans-Helmut Münchberg zu nominieren. „Fehlende personelle Alternativen und fehlender politischer Anstand in beiden Parteien haben die dortigen Strippenzieher veranlasst, einen ausgewiesenen Rechtspopulisten so deutlich zu unterstützen“, kritisier Lange. Münchberg mache nicht durch gute Arbeit, sondern durch skandalöse Entgleisungen auf sich aufmerksam. Mit ihrer Entscheidung mache sich das Bündnis aus CDU und SPD dessen unhaltbare Positionen letztlich zu eigen. Das passe zum rechten Rand, nicht aber zu demokratischen Parteien. Umso klarer sei aber die Alternative, die die Linke den Wählern mit dem eigenen Landratskandidaten Stefan Wogawa biete.
Lange sieht in der Entscheidung der CDU zudem einen bewussten Affront gegenüber der CDU-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. „Der zur rechtskonservativen Abteilung gehörende CDU-Kreisvorsitzende Mohring fährt einen bewussten Konfrontationskurs gegen Lieberknecht, die den Hardlinern als zu liberal gilt“, so Lange.
„CDU und SPD setzen mit Münchberg auf den inhaltlichen Stillstand“, betont Stefan Wogawa, Landratskandidat der Linken. Der langjährige Amtsinhaber sei längst ein „Landrat im Rückwärtsgang“, von dem außer der fatalen Botschaft, „Standards absenken“ zu wollen, nichts zu vernehmen sei. Vor allem für die SPD bedeute die Entscheidung den kompletten Verzicht auf eigene inhaltliche Positionen, wundert sich Wogawa. „Noch bei jedem wichtigen Thema der SPD wie Gemeinschaftsschule, erneuerbare Energien oder kommunale Wirtschaftstätigkeit vertritt Münchberg doch eine völlig konträre Position“, so der Kommunalpolitiker, der die Kreistagsfraktion der Linken führt. Bei der SPD seien deshalb viele Mitglieder unzufrieden mit dem Kurs ihres Kreisvorstandes, wie Wogawa aus Gesprächen weiß.
Lange und Wogawa sind sich einig: 22 Jahre Münchberg sind genug!
