Notschlafstelle Weimar

Stadtratsfraktion Weimar

Eine Notschlafstelle dient Menschen in akuten Notlagen als kurzfristige Unterkunft. 

Wir fragten in der letzten Stadtratssitzung nach Nutzung, Ausstattung und Betreuung der Einrichtung. Die Antworten der Stadt blieben jedoch in vielen Punkten vage. Klar wurde, dass die Nutzung in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Ein Trend, der sich bundesweit beobachten lässt. Zeitweise war die Einrichtung in den letzten zwei Jahren voll belegt. Abgewiesen worden sei dennoch niemand; notfalls könne auch der Aufenthaltsraum zum Übernachten genutzt werden.

Positiv anzumerken ist, dass nach Aussage der Stadt, Nutzer:innen im Winter auch tagsüber in der Einrichtung bleiben können.

Unklar blieb hingegen, wie der Zugang zur Einrichtung konkret geregelt wird. Verwiesen wurde lediglich auf Unterbringungssatzung und Hausordnung. Auch bei der Frage nach der Qualifikation des Wachpersonals gab es keine eindeutige Antwort. Die Stadt erklärte nur, die Mitarbeitenden der Sicherheitsfirmen „sollten“ im Umgang mit psychisch- und suchtkranken Menschen geschult sein. Gerade weil es neben Wachpersonal und Hausmeister keine Sozialarbeiter vor Ort gibt, halten wir verbindliche Standards für notwendig. Kritisch sehen wir zudem, dass die Stadt auf die Frage nach einer unabhängigen Beschwerdestelle überhaupt nicht geantwortet hat. 

Gerade bei der Arbeit mit besonders vulnerablen Menschen braucht es geschultes Personal und auch Kontroll- und Beschwerdestrukturen. Wir erwarten von der Stadt einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik. Nötige Nachbesserungen sollten endlich angegangen und zugleich stärker in bezahlbaren Wohnraum investiert werden.